Unfälle passieren leider viel zu häufig! Alle vier Sekunden passiert in Deutschland ein Unfall und nicht allzu oft kommt die geschädigte Person mit leichten Blessuren davon. In solch einem Fall lohnt sich eine Absicherung über die eigene private Unfallversicherung. In diesem Beitrag erfährst du ob sich eine private Unfallversicherung für dich lohnt, was der Staat bei einem Unfall leistet und auf was du beim Abschluss achten musst.

WANN LEISTET DIE UNFALLVERSICHERUNG?

Solltest du aufgrund eines Unfalls eine anhaltende körperliche oder geistige Beeinträchtigung, eine sogenannte Invalidität, erleiden, erhältst du von der privaten Unfallversicherung einen einmaligen und/oder monatlichen Betrag.

Dieser Geldbetrag soll dir nach einem Unfall helfen, dich bestmöglich an die neue Lebenssituation anzupassen um z.B. den Umbau des Hauses oder des Autos zu finanzieren.

Der Begriff „Unfall“ wird wie im Folgenden definiert:

P – plötzlich von

A – außen auf den Körper wirkendes

U – unfreiwilliges

G – gesundheitsschädigendes

E – Ereignis

DIE LEISTUNG

Eine Unfallversicherung soll dir helfen, dich nach einem Unfall bestmöglich an die neue Lebenssituation anzupassen. Dafür wird ein einmaliger und/oder monatlicher Geldbetrag für dich bereitgestellt. Die private Unfallversicherung leistet weltweit und rund um die Uhr, d.h. solltest dir beim Wandern in Brasilien ein Unfall passieren und du erleidest eine Invalidität, unterstützt dich deine private Unfallversicherung.

Die Unfallversicherung gehört zur Gruppe der Summenversicherung, sprich die Leistung richtet sich nach der vereinbarten Invaliditätssumme (auch Grundsumme genannt). Wichtig dabei ist, dass die Grundsumme hoch genug ist.

Des Weiteren richtet sich die Leistung daran, ob eine sogenannte Progression vereinbart worden ist oder nicht. Die Progression ist vereinfacht gesagt eine Vervielfachung der eigentlichen Leistung, sprich je schwerwiegender der Unfall, desto höher die erbrachte Leistung. Wichtig dabei ist, dass die Progression nicht zu hoch angesetzt wird, damit du auch bei geringer Invalidität eine Leistung erhältst.

  • hohe Grundsumme: 3 – 5 Jahresgehälter, aber mindestens 100.000 €
  • geringe Progression: 225 % – 350 %

DAS ERHÄLTST DU VOM STAAT

Jeder Arbeitnehmer ist per Gesetz über seinen Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert. Träger für die Leistung sind die für den Beruf zuständigen Berufsgenossenschaften, an welche dein Arbeitgeber komplett den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlt. Ob du überhaupt eine Leistung aus der gesetzlichen Unfallversicherung erhältst, ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden:

  1. Es handelt sich um einen Arbeits- oder direkten Wegeunfall oder um eine Berufskrankheit (z.B. Bäckerasthma oder Maurerkrätze)
  2. Deine Erwerbsfähigkeit ist zu mindestens 20 % gemindert

Der entscheidende Unterschied zwischen der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherung ist also der, dass der Versicherungsschutz auf gesetzlicher Seite auf die reine Berufstätigkeit beschränkt ist. Bei der privaten Unfallversicherung ist es egal, ob du gerade deinem Beruf oder deinem Hobby nachgehst.

WANN LOHNT SICH EINE PRIVATE UNFALLVERSICHERUNG

Wie beim Abschluss jeder Versicherung musst du dir folgende Fragen selbst stellen und natürlich auch beantworten:

KANN ich mir den Eintritt des finanziellen Risikos leisten?

Das bedeutet in diesem Fall, ob du es dir leisten kannst, nach einem Unfall die Kosten für z.B. den Umbau deines Hauses oder deines Autos, selbst zu finanzieren. Falls nicht, solltest du über eine Unfallversicherung nachdenken. Falls ja, stelle dir die zweite Frage:

WILL ich mir den Eintritt des finanziellen Risikos leisten?

Das bedeutet, du hast zwar das notwendige Kapital, solltest aber überlegen ob du dein Geld für diesen Fall ausgeben willst oder ob deine Versicherung die Kosten tragen soll. Falls du es dir nicht leisten willst, denke über Unfallversicherung nach. Falls doch, macht eine Unfallversicherung in deinem Fall weniger Sinn.

WER SOLLTE ÜBER EINE UNFALLVERSICHERUNG NACHDENKEN

Wie du gerade bereits erfahren hast, JEDER, der sich den Eintritt dieses finanziellen Risikos nicht leisten kann oder nicht leisten will. Grundsätzlich ist für folgende Personen eine Unfallversicherung sinnvoll:

  • Sportler (auf Hobbybasis)
  • Personen, die viel auf der Straße unterwegs sind, sprich Viel-Fahrer
  • Personen, die viel reisen
  • Kinder (wollen die Welt erkunden und sind noch nicht so vorsichtig)
  • Rentner (Konzentration- und Leistungsfähigkeit nimmt im Alter ab; keine finanzielle Belastung für die Angehörigen)

WANN ERHÄLST DU DEINE LEISTUNG

Grundsätzlich gilt, sobald dein Körperschaden (Invalidität) durch einen Arzt schriftlich bestätigt wurde und du dies deinem Versicherer mitgeteilt hast, hat dieser einen bestimmten Zeitraum Zeit um dir die vereinbarte Leistung auszuzahlen. Dieser Zeitraum beläuft sich in der Regel auf zwei-drei Wochen.

LEISTUNGEN, AUF DIE DU ACHTEN SOLLTEST

  • hohe Grundsumme (3-5 Jahresgehälter, mind. 100.000 €)
  • geringe Progression (225 % – 350 %)
  • Todesfallsumme (kann als Vorauszahlung genutzt werden bis die Invalidität fest steht)
  • Unfallrente (vor allem, wenn du keine Berufsunfähigkeitsversicherung hast)
  • erweiterter Unfallbegriff (d.h. bei erhöhter Kraftanstrengung, wenn ein Muskel oder eine Sehne reißt)

Es gibt zudem noch weitere Leistungen die den Unfallschutz erweitern und sehr hilfreich sein können (z.B. Vergiftung, Alkohol, Schlaganfall oder kosmetische Operationen). Oben genannte sind jedoch die wichtigsten Punkte einer privaten Unfallversicherung.

Es gibt aber auch „unnötige“ Leistungen, welche du vermeiden solltest um deinen Beitrag nicht in die Höhe schreiten zu lassen.

  • Krankenhaustagegeld (leistet nur bei Unfall; ein isolierter Abschluss als Krankenzusatzversicherung macht mehr Sinn)
  • Verträge mit Beitragsrückgewähr (der Versicherer kalkuliert in deinem Beitrag schon einen Teil für die spätere Rückzahlung; diesen Teil kannst du dir sparen und anderweitig anlegen)
  • Übergangsleistung (die Todesfallleistung erfüllt den ähnlichen Gedanken und ist deutlich schneller)

ZUSAMMENGEFASST

  • die private Unfallversicherung schützt dich weltweit und rund um die Uhr
  • die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung sind auf die reine Berufstätigkeit beschränkt
  • wichtig beim Abschluss sind eine hohe Grundsumme und eine geringe Progression
  • es gibt Leistungen auf die du gut und gerne verzichten kannst (z.B. das Krankenhaustagegeld)